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Klinik Dr. Barner

Fachkrankenhaus für Psychosomatik und Psychotherapie

Somatoforme Störungen

Somatoforme Störungen sind charakterisiert durch die Beschreibung körperlicher Symptome in Verbindung mit Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht bzw. nicht ausreichend körperlich begründbar sind. Manche Patienten haben eine lange und komplizierte „Patienten-Karriere“ hinter sich, sowohl in der Primärversorgung als auch in spezialisierten medizinischen Einrichtungen. Die körperlichen Beschwerden sind sehr unterschiedlich lokalisiert und werden von Patienten auf alle Organsysteme bezogen. Am häufigsten werden Schmerzsymptome genannt (Rückenschmerzen 30%, Gelenkschmerzen 25%, Kopfschmerzen 19%, gastro-intestinale Beschwerden 13%, Magenbeschwerden 11%, Herzbeschwerden 11%). Weil sie greifbarer sind als psychische Symptome und von den Betreffenden häufig eher wahrgenommen oder berichtet werden, finden körperliche Symptome oft deutlich mehr Beachtung. Dahinterstehende psychische Erkrankungen, wie beispielsweise unverarbeitete Trauer, verdrängte Ängste oder abgespaltene Wutgefühle, Kränkungen oder besonders auch depressive Syndrome können übersehen und in ihrer Wichtigkeit unterschätzt werden.

Ein Kennzeichen somatoformer Störung ist eine Fixierung auf die somatischen Faktoren der Erkrankung und die Vernachlässigung der seelischen Faktoren.

Behandlung von somatoformen Störungen

Die Behandlung von somatoformen Störungen findet auf unterschiedlichen Ebenen statt. Zum einen wird auf eine Beruhigung des Stresssystems Wert gelegt (beispielsweise durch das Erlernen und regelmäßige Anwenden von Entspannungsverfahren), was bereits zu einer Reduktion der Symptomatik führen kann. Zudem kann eine Entlastung des Stresssystems einen verbesserten Zugang zur emotionalen Wahrnehmung ermöglichen, wodurch mit der körperlichen Symptomatik zusammenhängende aktuelle und auch vergangene seelische Belastungen leichter aufzuspüren und in der psychotherapeutischen Behandlung zu bearbeiten sind. Sogenannte nonverbale Verfahren, wie Kunst- und Körperpsychotherapie (Tanztherapie und körperorientierte Therapie mit dem Pferd), sind hierfür besonders hilfreich.

Körpertherapien (wie z. B. Physiotherapie) und Sport fördern selbstwirksame Erfahrungen mit dem eigenen Körper und stärken ein vielleicht verloren gegangenes Vertrauen. Die Beschwerden verbessern sich hierdurch meistens deutlich. Da die körperlichen Symptome einer somatoformen Störung ggf. häufig schon chronifiziert sind, besteht die Möglichkeit, dass im Verlauf der Behandlung Restbeschwerden zurückbleiben. Um einen entspannten Umgang mit einer möglicherweise bestehenden Restsymptomatik zu finden, unterstützen wir unsere Patienten, die Fokussierung auf die Beschwerden zu lockern, wodurch deren Wahrnehmung in den Hintergrund tritt und der Leidensdruck abnimmt. Im Falle einer chronifizierten Schmerzstörung ist es beispielsweise manchmal notwendig als ersten Schritt in der Therapie die Frage „Wie kann ich meine Schmerzen loswerden?“ durch die Frage „Wie kann ich mit meinen Schmerzen am Leben teilhaben und Freude erleben?“ zu ersetzen.

Bei der Behandlung von Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden sind die entscheidenden Ziele:

  • Erkennen des psychodynamischen Zusammenhanges zwischen dem Anforderungscharakter des Symptoms und der Notwendigkeit ein verändertes/wirksameres Heilungs – und Sebstanforderungsprofil zu entwickeln.
  • Verhindern von (weiterer) Chronifizierung.

Therapie der somatoformen Störungen

Die Therapie der somatoformen Störungen erfolgt nach der S 3 Leitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden“ der AWMF von 07/2018, als multimodale Behandlung in unserer stationären Einrichtung. Es erfolgt eine interdiziplinäre Behandlung nach abgestimmtem Behandlungsplan unter qualifizierter ärztlicher Leitung. Der Behandlungsplan kombiniert mehrere therapeutische Angebote systematisch: organbezogene/symptomatische Therapien, Psychotherapie (Evidenz liegt vor für folgende psychotherapeutische Interventionen: Kognitive Verhaltenstherapie, psychodynamische Psychotherapie, Hypnose/Hypnotherapeutische/Imaginative Verfahren) möglichst sowohl im Einzelsetting als auch in Gruppen, körperbezogene und Physiotherapie, sowie weitere therapeutische Angebote (z.B. Psychoedukation/Gesundheitstraining), Therapeutisches Schreiben, Biofeedback, Meditation, Achtsamkeitstraining, Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion, Autogenes Training, Tai Chi, Qi-Gong, Yoga).

Psychoonkologische Behandlung:

Die psychoonkologische Behandlung in unserer Klinik orientieren sich an den S3-Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) für Psychoonkologie (AWMF: S3-Leitlinie Psychoonkologie 2016) und basiert auf dem von Christa Diegelmann und Margarete Isermann 2009 entwickelten TRUST- Konzeptes. TRUST bedeutet einerseits die Abkürzung für Techniken ressourcenfokussierter und symbolhafter Traumabearbeitung, spiegelt jedoch in der Übersetzung des Begriffs TRUST aus dem englischen, die grundlegende Haltung wieder, Vertrauen. Vertrauen das Veränderungsprozesse bis ins hohe Alter möglich sind, wie auch das jede Krisensituation, jedes Trauma, was lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs wiederkehrend darstellen, das Potential zur Bewältigung hat.

Konzepte der Salutogenese, der positiven Psychologie sowie der Resilenz wichtige Bestandteile Interventionen mit TRUST sind Interventionen im Sinne der Salutogenese und zielen darauf ab das Kohärenzerleben zu fördern. Außerdem sollen die Interventionen das Gehirn aus dem Stress-Angst-Modus wieder in Balance zu bringen, die Aufmerksamkeit auf konkrete (neue) Erfahrungen zu lenken, subjektive und objektive Ressourcen im Alltag zu entdecken und zu stärken, Bewertungsprozesse und Einstellungen zu erkennen, ggf. zu ändern und die emotionale und kognitive Flexibilität im Umgang mit Belastungen und Herausforderungen explizit zu fördern.


Behandlungsschwerpunkte der Psychoonkologie sind entsprechend der Leitlinie:

  • Patienten und Angehörige darin unterstützen, die seelischen und körperlichen Belastungen durch die Krebserkrankung zu verarbeiten
  • das seelische Wohlbefinden der Krebspatientinnen und Krebspatienten verbessern
  • Begleit- und Folgeprobleme verbessern, die während und durch die Diagnostik und Therapie entstehen
  • die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten (Ressourcen) der Betroffenen stärken
  • die Teilhabe am normalen Leben ermöglichen
  • Vor allem geht es bei der Psychoonkologie darum, die Lebensqualität der erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen zu erhalten und zu erhöhen

Ziele aus Sicht der Patienten sind die Wahrnehmung ihrer Person als Ganzes, Einnahme einer aktiven Rolle im Behandlungsprozess sowie die optimale Unterstützung in ihrem Leben.

Häufig mit einer Krebserkrankung einhergehender psychischer Symptomatik ist sehr vielgestaltig. Häufige Begleiterkrankungen sind z.B.: Depressionen, Angststörungen, Anpassungsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung sowie Abhängigkeitserkrankungen.

Das TRUST-Konzept basiert auf vier Phasen mit entsprechenden Prägungen durch die somatische Behandlung. Sie sind als individuell verschieden lange Phasen eines Prozesses zu verstehen, die mehrfach durchschritten werden können. Die Vorstellung von Phasen der Psychotherapie und der Krankheitsbewältigung ermöglicht den Patienten einerseits Normalisierung, Orientierung und Distanz bezogen auf überflutende Gefühle und andererseits eine Zielvorstellung, was für die Motivation und die Bewältigungserwartung der Krankheitserfahrung sinnvoll ist.

Psychoonkologische Behandlung - Bauplan TRUST

Bauplan TRUST

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Allg. Informationen:
Tel. 05520 / 804-0

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