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Klinik Dr. Barner

Fachkrankenhaus für Psychosomatik und Psychotherapie

Depressionen

Entsprechend der Nationalen Versorgungsleitlinie Unipolare Depression (S3-Leitlinie der AWMF Version 2 2017) finden folgende Behandlungsgrundlagen störungsspezifisch Berücksichtigung, die im Folgenden laienverständlich übersetzt sind.

Depressionen sind eine schwerwiegende psychische Erkrankung. Diese Erkrankung kann jeden Menschen treffen. Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung in Deutschland.

Eine depressive Störung ist eine Erkrankung, die den ganzen Menschen betrifft. Der Körper, die Stimmungslage, das Verhalten und das Denken sind beeinträchtigt. Die Depression wirkt sich darauf aus, wie jemand sein Leben gestaltet, wie er sich fühlt und wie er denkt. Eine depressive Störung ist nicht dasselbe wie eine vorübergehende Niedergeschlagenheit. Sie ist kein Zeichen persönlicher Schwäche oder ein Zustand, der mit bloßer Willenskraft überwunden werden kann. Ohne Behandlung können die Symptome lange anhalten, sich verstärken und chronifizieren. Mit einer geeigneten Behandlung kann jedoch betroffenen Menschen, die an einer Depression leiden, geholfen werden.

In einem internationalen Klassifikationssystem werden Depressionen nach ihrer Schwere, Symptomatik und ihrem Verlauf definiert. Von einer leichten depressiven Episode mit depressiver Stimmung und/oder vermindertem Antrieb und/oder Interessenverlust bis hin zur chronischen Depression mit einer Dauer von mehr als zwei Jahren sind dabei verschiedene Typen charakterisiert, deren Bestimmung über eine umfangreiche Anamnese und Diagnostik unter Ausschluss einer organischen Erkrankung erfolgt.

Symptome der Depression

Die Hauptsymptome einer Depression gemäß der medizinischen S3 Leitlinie „unipolare Depression“ vom 30.05.2017 sind:

  • gedrückte, depressive Stimmung
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel mit erhöhter Ermüdbarkeit

Daneben gibt es noch weitere Beschwerden (Nebensymptome), die auf eine Depression hindeuten können:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • reduziertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • übertriebene Zukunftsängste oder „Schwarzsehen“
  • Suizidgedanken oder -versuche, Selbstverletzungen
  • Schlafstörungen
  • verminderter Appetit

Eine Depression liegt vor, wenn mindestens zwei Haupt- und zwei Nebensymptome vorliegen. Die Beschwerden müssen wenigstens zwei Wochen lang anhalten. Fachleute unterscheiden drei Schweregrade einer Depression: leicht, mittelschwer und schwer.

Viele Menschen, bei denen später eine Depression festgestellt wird, suchen zunächst wegen körperlicher Beschwerden professionelle Hilfe. Zu den körperlichen Anzeichen für eine Depression zählen beispielsweise Schlaf- oder Appetitstörungen, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden.

Ursachen und Risikofaktoren der Depression

Die Ursachen von Depressionen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Man geht aber davon aus, dass bei der Entstehung einer depressiven Erkrankung immer mehrere Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören biologische, genetische und psychosoziale Faktoren. Im Einzelfall ist der Anteil der einzelnen Faktoren sehr unterschiedlich:

Anhaltender negativer Stress, belastende Lebenssituationen und ungünstige Lebensumstände (Arbeitslosigkeit, körperliche Erkrankung, Partnerschaftsprobleme, Verlust des Partners oder naher Angehöriger), Mangelnde soziale Anerkennung

Traumatische Lebensereignisse, Erlernte Hilflosigkeit durch falsche Ursachenzuschreibung im Hinblick auf belastende Ereignisse

Kognitive Verzerrungen der Realität, negative kognitive Schemata oder Fehl­überzeugungen, die durch negative Lebenserfahrungen ausgelöst sein können

Genetische Einflüsse, Biologische Einflüsse durch gestörten Botenstoffwechsel im Gehirn und fehlregulierte Stresshormone

Auch manche körperlichen Erkrankungen können eine Depression verursachen, so gehen besonders Erkrankungen des Gehirns und Hormonstörungen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion mit depressiven Symptomen einher. Zudem sind schwere und chronische Krankheiten eine Dauerbelastung für die Psyche und führen häufig zu Depressionen. Ebenso kann die Einnahme bestimmter Medikamente die Stimmung negativ beeinflussen, z. B. Betablocker oder Cortison sowie hormonelle und neurologische Medikamente.

Inhalte der Behandlung

Die Behandlung beginnt mit sorgfältiger Diagnostik und mit Sichtung der Vorbefunde. Gemeinsam mit dem Patienten werden die verschiedenen Faktoren, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression beteiligt sind, erarbeitet. Es wird ein bio-psycho-soziales Genese- und Aufrechterhaltungsmodell der Störung erarbeitet und Persönlichkeitsfaktoren, Denkstile und möglicherweise auslösende Lebensbedingungen oder auch private oder berufliche Stressbelastungen erarbeitet. Durch die verschiedenen Therapiebausteine wird zunächst ein Aktivitätsaufbau mit dem Ziel erreicht, bislang vorhandene Inaktivität zu überwinden und die Stimmung durch erste Erfolgs- und Kontrollerlebnisse im klinischen Alltag positiv zu beeinflussen. Die Patienten werden angeleitet, negative Gedanken, Fehlerwartungen und dysfunktionale Überzeugungen und Sichtweisen schrittweise zu verändern. Durch Selbstbeobachtung anhand von Stimmungs- und Tagesprotokollen erkennen die Patienten ihre typischen negativen Denk- und Verarbeitungsmuster und lernen diese mit therapeutischer Hilfe und speziellen Denktechniken infrage zu stellen und zu verändern. Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist, dass die Patienten erleben, welche Auswirkungen eine veränderte Sichtweise auf Denken, Emotionen und Verhalten haben können.

Eine evtl. vorbestehende antidepressive Medikation wird überprüft, entsprechend der Schwere des Störungsbildes und evtl. Komorbiditäten (z.B. Alkoholabhängigkeit), Nebenwirkungsprofil und Risikofaktoren partizipativ in Absprache mit dem Patienten angepasst.

Bei jedem Patienten mit einer depressiven Störung sollte der Untersucher Suizidalität regelmäßig bei jedem Patientenkontakt klinisch einschätzen und gegebenenfalls explorieren (EG Klinischer Konsens, KKP; ES IV)* S3 LL 2017.

Beratung Aufnahme:
Tel. 05520 / 804-400

Allg. Informationen:
Tel. 05520 / 804-0

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