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Klinik Dr. Barner

Fachkrankenhaus für Psychosomatik und Psychotherapie

Angststörungen

Angst ist ein normales und wichtiges menschliches Gefühl. Das Phänomen der Angst schützt den Menschen in bestimmten Situationen und kann Hilfe bei wichtigen Entscheidungen vermitteln. Ängste können jedoch auch einen krankhaften Charakter entwickeln und das normale menschliche Leben stark einschränken und seine Möglichkeiten behindern.

Wo liegt die Grenze zwischen »normaler Angst« und einer Angsterkrankung?

Sobald Angst die Gefühlswelt eines Menschen dauerhaft belastet, den Alltag beherrscht und die Handlungsfähigkeit eines Menschen lähmt, ist Hilfe notwendig, denn eine sich entwickelnde Angststörung kann chronifizieren und das Leben und die Selbstbestimmungsmöglichkeiten eines Menschen erheblich einschränken und belasten.

Die Risikofaktoren von Angststörungen sind Überlastung im Beruf- oder Privatleben und Angststörungen bei Angehörigen. Weiterhin als Risikofaktoren gelten kardiale Diagnostik ohne Befund sowie als hochgradig traumatisierend erlebte (Herz-)Todesfälle im engen Familien oder Freundeskreis. Die Verleugnung von Erschöpfung und Depressionen sowie eine hypochondrische Persönlichkeit können Angststörungen begünstigen und sind daher häufige Komorbiditäten. Soziale Phobien treten häufig in Komorbidität mit Abhängigkeitserkrankungen auf.

Angststörungen sind eine häufige psychische Erkrankungen mit einer Lebenszeitprävalenz zwischen 2% und 8% der Bevölkerung, wobei Unterschiede zu verzeichnen sind zwischen den spezifischen Angststörungen, wie spezifische Phobie, generalisierte Angststörung, soziale Phobie, Agoraphobie, Panikstörung oder Posttraumatische Belastungsstörung. Durch Angststörungen entsteht ein hoher volkswirtschaftlicher Schaden (geschätzt auf jährlich mehrere Milliarden).

Symptome der Angststörung

Angststörungen sind gekennzeichnet durch einen emotionalen Zustand, der charakterisiert ist durch das zentrale Motiv der Vermeidung bzw. Abwehr einer Gefahr und stereotypen psychischen und physischen Begleiterscheinungen wie Unsicherheit, Unruhe, Erregung (evtl. Panik), Bewusstseins-, Denk- oder Wahrnehmungsstörungen, Anstieg von Puls- und Atemfrequenz, verstärkte Darm- und Blasentätigkeit, Übelkeit, Zittern, Schweißausbrüche.

Patienten mit Phobien können über Jahre durch Vermeidungsverhalten Sicherheitsgefühle erfahren, verstärken somit aber die Phobie bis zur ständigen Selbstüberforderung. Diese kann zu einer depressiven Störung führen und ist häufig der Anlass für die aktive Therapiesuche.

Behandlung der Angststörung

Die Patienten erhalten zunächst Informationen zu ihrem Krankheitsbild und werden aufgeklärt über die physiologischen Abläufe der Angst, mögliche Ursachen sowie die Angsterkrankung aufrechterhaltenden Mechanismen (Teufelskreis der Angst).

Sie lernen, mögliche Zusammenhänge zwischen der Symptomatik, der Verstärkung des Angsterlebens und belastenden Situationen zu erkennen. Die Bedeutung von Gedanken im Rahmen des Angstteufelskreises und der Verstärkung des Angsterlebens wird erarbeitet und eine gedankliche Umbewertung angestrebt. Gemeinsam mit den Therapeuten werden individuelle Strategien zur Angstbewältigung erarbeitet und erprobt. Es werden therapeutisch angeleitete Übungen zur Bewältigung von angstbesetzten Situationen durchgeführt. Hierbei erlernen die Patienten sich ihrer individuellen Angst zu stellen und machen die Erfahrung von Erfolg und dem Wiedergewinn von bislang vermiedenen und oft nicht mehr für möglich gehaltenen Tätigkeiten, Situationen und Orten.

Die indikative Angsttherapie soll die Patienten wieder in die Lage versetzen, am Alltagsleben, am Berufsleben und ihrem sozialen Eingebundensein teilhaben zu können und die oft lange verlorene Lebensqualität wiederzugewinnen. Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sollen gesteigert und die Wahrnehmung und Umsetzung eigener Wünsche und Bedürfnisse wieder ermöglicht werden.

Angehörige geraten oft in die Rolle des starken Beschützers und fördern damit unbewusst die ängstlichen, mitunter selbstunsicheren und abhängigen Persönlichkeitsmerkmale der Patienten.

Die Einbeziehung von Angehörigen ist uns ein wichtiges Anliegen, um einen Rückfall in alte Beziehungsmuster nach der Entlassung vorzubeugen.

Empfehlungen zur Behandlung von Angststörungen

Wir orientieren uns in der Behandlung von Angststörungen an der aktuellen S3-Leitliene der AWMF von 2014.

Beratung Aufnahme:
Tel. 05520 / 804-400

Allg. Informationen:
Tel. 05520 / 804-0

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